Renate Alf

Renate Alf, 1956 in Göttingen geboren, studierte in Freiburg Biologie und Französisch (Referendariat am Gymnasium). Seit 1983 ist sie als Cartoonistin tätig, seit 2004 auch als Autorin. Renate Alf ist verheiratet und hat 4 Kinder.

2007 stellte Renate Alf SCHULE MIT ZUKUNFT das Mädchen im Logo zur Verfügung und sie wurde von der Mitgliederversammlung im Januar 2010 zum Ehrenmitglied gewählt.

Buchempfehlungen:
Der reinste Kindergarten!, Lappan 2009
Schule ist, wenn man trotzdem lacht!, Lappan 2008
Renate Alfs kleine Familienberatung, Lappan 2007

http://www.renatealf.de/

Renate Alf, Cartoonistin, Autorin und Ehrenmitglied von SCHULE MIT ZUKUNFT, bietet eine Präsentation mit Cartoons an: 
Schule ist, wenn man trotzdem lacht!

Auszug aus Renate Alfs kleine Familienberatung: Schule

„Schule“ – das hieß für mich damals: Sechs Stunden Langeweile am Stück! Vor allem was die letzten Schuljahre betraf. Ich saß da und verzierte meine Hefte und Bücher mit Männchen, Frauchen und Tierchen... So habe ich immerhin ETWAS fürs Leben gelernt.
Heutzutage ist Schule natürlich viel interessanter! Allein schon die schönen bunten Bücher! Und dann: Gruppenarbeit! Gedichte schreiben! Tolle Referate zu sauinteressanten Themen mit Powerpoint und Bildern aus dem Internet... He! Da krieg ich selber Lust!

Komischerweise langweilen sich die Kinder immer noch. Seltsam. Irgendetwas stimmt da nicht.
Das fiel mir schon vor zwanzig Jahren auf, als ich meinen Referendardienst machte.  Von uns Frischlingen wurde erwartet, in jeder Stunde ein ganzes Feuerwerk an Methoden-Vielfalt abzufackeln. Die altgedienten Lehrer unterrichteten weitgehend methodenfrei aus der Schublade. Ziemlich öde. Ich stellte allerdings fest: Auch das schönste Feuerwerk entfachte bei den Schülern nur ein müdes Glimmen, und spätestens in der sechsten Stunde war der Ofen völlig aus. Sechs Stunden am Stück sind lernpsychologisch sowieso ein Unding. Heute, wo man über diese Dinge Bescheid weiß, klatscht man noch eine siebte und achte Stunde hintendran. Die Folge: Alles döst - oder randaliert, je nach Temperament.  

Ich stellte damals fest: Das ganze Setting war irgendwie verkehrt. Allein dieser „fragend-entwickelnde Unterricht“, den man uns beibrachte! Als Lehrer hast du dein Tafelbild von Anfang an fertig in der Tasche. Man tut aber so, als hätten die Schüler alles selbst entdeckt. Der Lehrer bohrt einfach so lange, bis schließlich der Begriff genannt wird, den er an die Tafel schreiben will.

Anfangs war ich noch stolz auf meine schönen Tafelbilder, aber bald fand ich die Sache  ziemlich hohl. Und die Schüler fühlen, dass man sie veräppelt! Egal, was man ihnen vorgaukelt: Das Ergebnis der Stunde steht von vorneherein fest. Die einzige Freiheit bei dieser Art von Unterricht: mitspielen oder sich verweigern.

Nach dem Referendardienst schwor ich mir – wenn überhaupt – nur noch Leute zu unterrichten, die FREIWILLIG etwas lernen wollten. Eine Zeitlang bot ich einen Konversationskurs für Erwachsene an: Wir aßen gemeinsam zu Abend und redeten die ganze Zeit Französisch. Und hinterher freuten sich die Leute, wenn ich noch einen netten Comic kopiert hatte oder einen Zeitungsartikel. Unterrichten kann ziemlich Spaß machen.

Vor Kurzem gab ich einen Cartoonkurs für Jugendliche, die Cartoons zeichnen WOLLTEN. Abends um 5. Die Ärmsten hatten jeweils schon sechs bis acht Stunden Schule hinter sich. Plus Hausaufgaben. Es war trotzdem ziemlich schön.

Unsere Jüngste  reagiert mitunter auf Schule ausgesprochen allergisch.  Vielleicht, schlug ich neulich vor, magst du lieber auf eine Waldorfschule? Dort werden gerade Schuhe gefilzt, in Klasse 8.
DAS, sprach die Tochter, würde sie auch mal gern. „Aber verdammt nochmal! Ich will nicht SCHUHE FILZEN MÜSSEN!!“


 
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